COMPUTER Funkgeld im Portemonnaie

Die Olympischen Spiele in London sind Schauplatz einer neuen Wettkampfdisziplin: Bezahlen mit elektronischem Bargeld. Seit vergangenem Mittwoch bekommen 200 Postfilialen auf den fuß der Sportstätten neue Lesegeräte, bis Oktober sollen es über 11 000 sein. Nirgendwo sonst europäisch gibt es ein größeres Angebot für elektronisches Bargeld. Kunden können nun ihre Briefmarken dort mit digitalem Kleingeld bezahlen: Sie bekommen den Betrag auf einem Terminal angezeigt, halten ihre Funk-Kreditkarte davor – fertig. Kein Kramen im Portemonnaie, kein Rückgeld, kein Warten. NFC (Near Field Communication) heißt die Technik. Die Olympischen Spiele dienen Kreditkartenkonzernen als werbewirksames Schaufenster, Stücker Kunden vom „Nahfeld-Funk“ zu überzeugen, mit Namen wie „Paypass“ (Mastercard) und „Paywave“ (Visa). Über 20 Millionen Kunden haben in Großbritannien bereits eine Funk-Kreditkarte. In Deutschland sind es noch nicht einmal 2 Millionen. Für Visa und Mastercard sind die NFC-Karten eine Flucht progressiv. Denn branchenfremde Hightech-Unternehmen drängeln sich in ihr Geschäft. Google etwa bietet mit „Google Wallet“ ein Bezahlsystem fürs Handy, das eine und auch das andere Paypal.

Einmal monatlich erhalten Sie eine Kreditkartenabrechnung, bei der alle Einzelbuchungen ausgewiesen sind. Überprüfen Sie auch zwischendurch online Ihr Kartenkonto. Auf anfrage informieren wir Sie auch per kostenlosem Konto-SMS-Service per SMS (oder auch per E-Mail) über alle Kontobewegungen. Sie können Ihre monatliche Abrechnung automatisch per Bankeinzug von Ihrem Konto abbuchen lassen oder diese per Überweisung selbst begleichen. Mit Ihrer Kreditkarte zahlen Sie weltweit bequem bargeldlos. Das hat für Sie den Vorteil, dass Sie sich nicht mehr um Fremdwährungen oder Bank-Öffnungszeiten kümmern müssen. Es wird Ihnen ein individueller Verfügungsrahmen eingeräumt, damit Sie finanziell flexibel sind. Besonders bewährt hat sich die Kreditkarte als sicheres Zahlungsmittel – sowohl im Alltag als auch weggefahren. Denn bei Diebstahl oder Verlust haften Sie im Normalfall nicht. Soll heißen, dass Sie einen ggf. entstandenen Schaden bei ordnungsgemäßem Umgang mit Ihrer Kreditkarte nicht selbst auf jemandes kosten, sondern dieser von der TARGOBANK für Sie übernommen wird. Viele Kreditkarten bieten Ihnen kostenlose Versicherungsleistungen, beispielsweise eine Einkaufschutzversicherung oder Auslandsreisekrankenversicherung.

Thomas Sontheimer deren Beratungsgesellschaft Accenture. Kunden könnten mit Angeboten von Fintechs etwa mehrere Konten auf einen Blick sehen und Geld anstatt per Hausbank über Drittanbieter überweisen. Generell unterstützt PSD2 den Weg zur „Lego-Bank“, in der über eine Schnittstelle verschiedene Bankprodukte – das Girokonto von der Bank A, die Kreditkarte von Bank B und die Baufinanzierung von der Bank C – eingebunden sind. Insofern könnten für die Bankkunden die Geldtransfers billiger werden. Sie müssen aber nicht fürchten, dass Firmen unkontrolliert auf ihre Daten zugreifen. Die Bankkunden müssen ihnen die Weitergabe ausdrücklich erlauben, der Zugriff geschieht über die Hausbank und speziell für den angefragten Zweck. Die EU hat das maschinengesteuerte Auslesen von Girokonten, das Auskunft über sämtliche Zahlungen und Gewohnheiten von Bankkunden gibt, verboten. In der Überzahl Bürger stehen den neuen Regeln aufgeschlossen gegenüber. Laut einer Umfrage von PwC sind zwei Drittel der Deutschen bereit, Drittanbietern Zugriff auf das Bankkonto zu geben, bei den unter 30-Jährigen sind es gar 86 Prozent. Auch wer keine Drittfirmen nutzt, kann sich über finanzielle Entlastungen durch die PSD2-Richtlinie freuen. So sinkt die Haftungsgrenze bei Kartenmissbrauch auf 50 Euro.

Gerade im Vorweihnachtsgeschäft wird in den Läden viel mit EC- oder Kreditkarte bezahlt. Eine Gruppe deutscher Sicherheitsforscher hat nun in den Lesegeräten erneut Schwachstellen gefunden, die Kriminelle ausnutzen könnten. Mit einem ganz bestimmten Angriff könnten Hacker sich selbst Gutschriften ausstellen und sich so zu bereichern. Ihre Erkenntnisse stellen die Berliner Forscher Karsten Nohl und Fabian Bräunlein nach Weihnachten bei einem Vortrag auf dem Jahreskongress des Chaos Computer Clubs vor, der ab dem 27. Dezember in Hamburg stattfindet. Doch schon vorher haben die Forscher den Journalisten mehrerer Medien das Angriffsszenario vorgestellt. Laut dem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ nutzen die Experten dafür ein sogenanntes POS-Terminal, also ein Lesegerät wie an vielen Supermarktkassen, an dem Kunden mit ihrer Karte bezahlen. Solche Geräte lassen sich demnach für wenige Euro im Monat mieten. Potenzielle Angreifer bräuchten das Passwort des Terminals, die Identifikationsnummer und Informationen über den Verbindungsaufbau; mithilfe dieser Informationen Bitte eine Verbindung herstellen, ein fremdes POS-Terminal übernehmen und sich offenbar Ihrem Ermessen überlassen Gutschriften ausstellen. Sollte so etwas tatsächlich einmal passieren, wäre der jeweilige Händler der Geschädigte. Von der Lücke tangiert sein sollen laut Nohl wahnsinnig viele Bezahlterminals in Deutschland und somit Einzelhändler, Hotelbetreiber und Tankstellen. Grundsätzlich sei es laut den Sicherheitsforschern denkbar, sich das von ihnen erdachten Masche von Terminal zu Terminal zu arbeiten – beispielsweise massiv Geld abzuschöpfen. Es gebe allerdings Wege, sich als Betreiber vor solchen Angriffen zu schützen, berichtet die „Tagesblatt“. Von den Journalisten mit den Erkenntnissen der Forscher konfrontiert, versuchten die Banken und Sparkassen zu beruhigen: Die Angriffe seien nur unter Laborbedingungen, also nur theoretisch, möglich, teilte der Verband Deutsche Kreditwirtschaft mit. Das Girocard-System sei sicher.

London bekommt unterdessen Konkurrenz als größte europäische Pilotregion – im Einzelnen von Hannover. Seit Anfang Juni hängen haushohe Plakate an der Fassade des Hauptbahnhofs und schreien in riesigen Buchstaben: „So gut kann bezahlen aussehen“ überm Foto einer Ballerina mit Funk-Geldkarte. Seit mehrere Monaten haben über 1,5 Millionen Kunden von Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken neue EC-Karten bekommen, die damit „Girogo“-Chip aufgerüstet sind, zunächst nur in der Pilotregion Hannover, Braunschweig und Wolfsburg. Bis Ende des Jahres sollen es bundesweit 16 Millionen sein. Deutschland würde damit von einem Nachzügler zum Vorreiter im NFC-Wettlauf. Für den Handel haben die NFC-Karten den Vorteil, dass jeder Kunde ein paar Sekunden schneller bedient werden kann. Allerdings kostet die Nachrüstung pro Lesegerät über Note. Die Kunden könnten schnell Freude daran finden, mit einer einfachen Geste kleine Summen zu begleichen, statt in der Brieftasche herumzufingern. Andererseits scheiterten Banken schon mehrmals der Durchsetzung von Computercash, auch eine der herkömmlichen „Geldkarte“: Auftanken und Bezahlen waren zu nervig. Geldkarten-Technik, versucht aber deren Nachteile zu umgehen: Das Kartenstecken entfällt, und über ein „Abonnement“ kann die Geldbörse automatisch so weit wie 50 Euro nachtanken, wenn sie leer ist.

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